nach Afrika
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Eindrücke aus dem Regenbogenland 1/4

Bundeskonferenz in Mafikeng, Südafrika. Zuhause in Deutschland ist Weihnachten. Hier ist der Gospel. Auf der Bühne stehen Männer in qietschgelben Fracks. Durch den Raum springen jubelnde und klatschende Grauhaarige. „Move on Brothers- Gebt alles Brüder!“ Überall tanzende Frauen egal welchen Alters. „Women, now, come on! Yes, yes, yes!“
Die Choreographie ist qietschbunt. Laut, lauter, am lautesten. Einfach voller Lebensfreude. Das alles machen sie hier spontan, aber in einer Qualität, als wäre es tausend Mal geprobt. Ich bin in ein viertägiges Gospelkonzert hineingeraten. Super! Ich liebe Gospel! Und das hier ist Gospelweihnacht ohne Folkore. Das hier ist echt. Hier tanzt und singt jeder nur für seinen Gott und für sich selbst und nicht für ein zahlendes, frierendes, deutsches Publikum.

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Eindrücke aus dem Regenbogenland 2/4

Tagsüber erlebe ich dann doch die aus Deutschland vertrauten bierernsten Plenarveranstaltungen. Anträge, Gegenanträge, Wortbeiträge, Diskussionen.

Sei ein Mann, der sein Kind schützt!

Aber auch wenn sie sich hier auseinandersetzen, argumentieren, diskutieren, am Abend sind sie alle wieder miteinander versöhnt. Den bunten Abend mit Buffet feiern sie Arm in Arm. Die traditionelle Tanzeinlage würde in Deutschland vermutlich auch nicht im Gottesdienst vorkommen. Als der Generalsekretär hinterher auf Bühne geht, merke wie ich instinktiv irgendein ermahnendes Wort an das bestens unterhaltene Publikum erwarte. Ich glaube, so wäre es in Deutschland. Aber er sagt immer nur: „Isn’t that beautiful! Ist das nicht wunderbar!“ Und auch der folgende Satz bleibt bei mir hängen: „Mich bringt das zum Weinen, wenn unsere Kinder auf ihre Art ausdrücken, was wir alle gemeinsam glauben!“ Hier weint man aus Freude über die nächste Generation. Ich bin beeindruckt!

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Eindrücke aus dem Regenbogenland 3/4

So ist mein Einstieg in Südafrika. Und mit dieser Fülle von Eindrücken fahre ich zurück nach Johannesburg. In die Projekte, die wir unterstützen. In eine ganz andere Welt. Die Townships heißen Tembisa, Soweto, Shoshangove. Wenn man hier tanzt und singt, dann tut man das, um zu verarbeiten. Um sich Mut zuzusprechen. Um zu vergessen. Die Gewalt. Die Angst. Das Sterben. Aids. Mavis, 32 Jahre alt hat den Mut, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Sie trägt Verantwortung für 29 ehrenamtliche Mitarbeitende. Gemeinsam sorgen sie für fünfzig Vorschüler, ca. achtzig Kinder sind in der Nachmittagsbetreuung. Sie und ihr Team machen Hausbesuche von Aidskranken und sie leiten eine Selbsthilfegruppe für am Virus Erkrankte. In der Schulzeit stellen sie ein warmes Essen für ca. 130 Kinder.

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Eindrücke aus dem Regenbogenland 4/4

Abends sitze ich in unserem Bed & Breakfast. Der Himmel über den Palmen ist sternenklar. Das Konzert der Vögel berauschend. Der Pool beleuchtet. Nur drei Schwimmzüge und ich könnte alles vergessen. Europa beginnt hier zehn Minuten hinter den Townships. Hier stehen die neuen Fußballstadien. Die Werbung ist vertraut. Das Essen üppig und westlich. McDonalds und KFC. Coca Cola und Pepsi. Die Supermärkte sind riesig. In ihnen ist Weihnachten. Draußen herrscht die Hitze. Herrscht Aids. Draußen erlebt das Land das Sterben einer ganzen Elterngeneration. Erschreckende, erschütternde Zahlen. Nur ein paar Straßen weiter wird in dreckigen Pfützen gespielt. Wird einsam gestorben. Wird von einem besseren Leben geträumt. Ich sitze in der Nacht. Am Pool. Und fühle mich zerrissen.

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