20 Februar 2007

Woche 9/20: Lang = Langweilig!?

Was macht man 2,5 Stunden lang, wenn man nichts anderes tun kann als laufen?

Für jemanden der gewöhnt ist, auf dem Weg vom Bett ins Bad schon das erste Mal Emails abgefragt zu haben, sind 2,5 Stunden noch härter. Denn Laufen heisst, 2,5 Stunden vom Handy, dem PC und von Outlook getrennt zu sein. 2,5 Stunden in denen Du nichts machen kannst, als denken und rennen.
Natürlich der MP3 Player läuft, vielleicht mit einem Hörbuch oder mit Predigten, die mir bei meiner Vorbereitung für Sonntag eine Hilfe sind. Ab und zu rennt auch mal jemand eine Stunde mit und man kommt über alles Mögliche ins Gespräch, oder aber Katrin begleitet mich mit dem Fahrrad. Doch nichts desto trotz bleibst Du bei den langen Läufen häufig mit Dir allein => Zwei Stunden, drei Stunden und bald auch noch länger.

Anfangs war das sehr hart, denn Alleinsein bin ich defintiv nicht gewohnt. Ich bin ein Herdentier. Inzwischen weiß ich es aber auch zu schätzen. Wenn Du ersteinmal den Punkt überwunden hast, an dem Du über das Laufen, Deine Situation, Deine Schmerzen nachdenkst und leer im Kopf geworden bist, sind die langen Läufe eine herrliche Möglichkeit zur Pychohygiene und Selbsttherapie.

Unverarbeiteter Ärger kommt hoch, Dinge, die Du vergessen hast und noch erledigen musst, Predigtideen entstehen, Dir kommen Einfälle für die Jugendarbeit und plötzlich ist das Laufen, eine der kreativsten Zeiten überhaupt. Kreativer als jeder Vormittag im Büro mit erzwungenen Brainstormings! Ich kann es nicht erklären und es war auch nicht immer so, doch inzwischen habe ich kaum noch das Gefühl, durch das Laufen Zeit zu verlieren. Meistens habe ich nach einem Lauf das Gefühl, jede Menge Zeit gewonnen zu haben...